Lehrgang Kunst- und Kulturmanagement

Termine und Inhalte

Der Lehrgang ist praxisnahe und berufsbegleitend konzipiert und wird von Expert*innen der Kulturarbeit professionell begleitet. Er umfasst 128 Unterrichtseinheiten (8 Module zu je 16 UE à 45 Minuten), die an acht Wochenenden von Oktober 2026 bis Juni 2027 geblockt an verschiedenen Standorten in Oberösterreich angeboten werden. 

Die Module finden berufsbegleitend und geblockt jeweils Freitag (13 – 19:30 Uhr) und Samstag (10 – 18 Uhr) statt. Das erste Modul startet am 16.10.2026 in Linz.

Modul 1: Grundlagen der Kulturarbeit & Politik

Kurs 1a: Einführung in den Kunst- & Kulturbetrieb

Oft ist die Rede vom „Kulturbetrieb“, der „Kunstszene“, von „Kulturarbeit“ und „Kulturmanagement“. Dieser erste Arbeitstag führt ein in die verschiedenen Begrifflichkeiten und Zugänge zu Kunst und Kultur. Er gibt Einblick in die Strukturen und Institutionen der Kunst- und Kulturlandschaft und erläutert Theorie und Praxis. Die Referenten plaudern aus dem Nähkästchen und bieten einen Überblick über Berufe, Chancen und Tücken im Kulturbetrieb bzw. dessen Förderungen.

Kurs 1b: Kulturpolitik

Der Kulturbetrieb in seiner ganzen Breite unterliegt kulturpolitischen Strukturen und Rahmenbedingungen. Welche politischen Ebenen sind eigentlich wofür zuständig? Vielerorts gibt es außerdem kulturpolitische Strategien der öffentlichen Hand, die kulturpolitische Ziele und Maßnahmen für bestimmte Regionen definieren. Wie entstehen solche Strategien und funktionieren sie? Der Referent analysiert die Prozesse und die Praxis von Kulturentwicklungsplänen und zeigt die Chancen und Risiken für Kulturtätige auf.

  • Referent: Thomas Philipp
  • Ort: Wissensturm Linz, Raum 15.04 im 15. Obergeschoß
  • Datum: Sa., 17. Oktober 2026, 9 – 17 Uhr (Achtung abweichende Zeiten)

Modul 2: Kommunikation & Team

Eine gelungene interne Kommunikation ist ein Standbein moderner Kulturarbeit. Für Leiter*innen wie Mitarbeiter*innen gilt: Wie kann ein Team erfolgreich an einem Strang ziehen und nachhaltig zusammenarbeiten? Wie gestaltet sich Leadership in diversen Teams? Wie können Gruppendynamiken oder gar Spannungen nicht gegen, sondern für den Prozess genutzt werden? Wie sollen Entscheidungen getroffen werden – gemeinsam, einsam, partizipativ? Und wie kommuniziert man auf Augenhöhe? Dieses Modul zeigt mit „Art of Hosting“ Perspektiven und Techniken für eine freudvolle und effektive Zusammenarbeit auf.

Modul 3: Projektmanagement mit KI

Das Modul unterstützt dabei, Projekte professioneller zu entwickeln, besser zu strukturieren und überzeugender darzustellen. Es verbindet Grundlagen des Projektmanagements mit konkreten Anwendungen und zeigt, wie KI sinnvoll in typische Arbeitsprozesse im Kulturbereich integriert werden kann. Ausgehend von der Frage, was ein Projekt eigentlich ist, vermittelt das Modul zentrale Denkweisen und ausgewählte Instrumente des Projektmanagements für die Kulturpraxis, die sich auch für Projekteinreichungen und Förderansuchen nutzen lassen. So entsteht ein kompakter Überblick darüber, wie Projekte zielgerichtet entwickelt, für Projektanträge aufbereitet, strukturiert umgesetzt und kritisch reflektiert werden können.

  • Vortragende: Magdalena Reiter
  • Ort:  tbd in Linz
  • Datum: Fr., 4. Dezember 2026 13:00 – 19:30 Uhr & Sa., 5. Dezbember 2026, 10:00 – 18:00 Uhr

Modul 4: Budget & Finanzen

Förderungen, Sponsoring, Spenden, Eigenmittel: Dieses Modul gibt einen Überblick zu Finanzierungsformen im Kulturbereich. Anschließend konzentrieren wir uns auf die Praxis von Projekt- und Programmförderungen und auf die Erstellung von Projektbudgets. Was ist ein Budget, welche Anforderungen muss es erfüllen und wie kalkuliere ich dabei richtig? Mit welchen Einnahmen kann man rechnen, welche Ausgaben darf man nicht vergessen?

Modul 5: Marketing

Du weißt, dass Dein Projekt mehr Sichtbarkeit braucht. Vielleicht hast Du schon einiges ausprobiert, aber am Ende bleibt das Gefühl, dass Deine Arbeit nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient. Nicht, weil sie nicht gut ist, sondern weil Dir ein klarer Weg fehlt.
In diesem Modul entwickelst Du einen Plan, der zu Dir und Deiner künstlerischen Arbeit passt. Du lernst, Deine Projekte so zu kommunizieren, dass andere sofort verstehen, worum es Dir geht und warum es relevant ist. Gleichzeitig findest Du heraus, welche Maßnahmen für Dich wirklich sinnvoll sind, statt Dich in der Vielzahl an Möglichkeiten zu verlieren.
Am Ende hast Du keinen Berg an Theorie, sondern einen klaren Plan: Du weißt, wen Du erreichen willst, was Du sagen möchtest und wie Du damit sichtbar wirst.

Modul 6: Community Building & Macht

Modul 6a: Community Building

Wie kann eine gut funktionierende Community des gemeinsamen Arbeitens, der Partizipation und der Gestaltung der Zukunft des Kulturvereines und einzelner Projekte aufgebaut und erhalten werden?

Kurs 6b: Machtverhältnisse, Machtmissbrauch und Awareness

In diesem Modul beschäftigen wir uns damit, welche Schritte Kulturvereine setzen können, um Machtverhältnisse bewusster wahrzunehmen, Machtmissbrauch vorzubeugen und tragfähige Awareness-Strukturen aufzubauen.

Modul 7: Vermittlung & Recht

Modul 7a: Mitmachen? Vermittlungsarbeit und Erinnerungskultur

Wie erinnern wir – und woran noch nicht? Wie funktioniert Vermittlungsarbeit, die zum Fragenstellen anregt, partizipativ und prozessorientiert ist? Warum ist das wichtig? Und welche Fragen hast du dazu?
Wir erkunden den Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim und die Handlungsmöglichkeiten von Menschen in der NS-Zeit – und was das mit uns zu tun hat. Dabei sind wir Teil von Vermittlungssequenzen und reflektieren die eingesetzten Methoden.
Diese Zugänge unterstützen die Arbeit mit Gruppen und lassen sich auf viele Bereiche und Formate übertragen. Wer möchte, kann im Rahmen des Moduls an Vermittlungs-, Teilhabe- oder Erinnerungskultur-Bausteinen für das eigene Projekt arbeiten.

  • Vortragende: Tamara Imlinger
  • Ort: Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim
    * Schloss Hartheim war eine von sechs Tötungsanstalten der NS-Euthanasie. Die Hartheimer Belegschaft ermordete im Zeitraum von 1940 bis 1944 in der dortigen Gaskammer über 18.000 Personen, die zuvor in Pflegeeinrichtungen oder psychiatrischen Kliniken untergebracht waren. Weitere 12.000 ermordete Menschen kamen aus den Konzentrationslagern Mauthausen, Gusen, Ravensbrück und Dachau oder waren Zwangsarbeiter*innen im Gebiet von Oberdonau. Der Massenmord fand mitten in einem Dorf in einem zivilen Umfeld statt.
  • Datum: Fr., 23. April 2027, 13 – 19:30 Uhr

Kurs 7b: Alles was Recht ist

Welche Rechtsbereiche sind für in Kunst- und Kultur tätige Menschen relevant? Ob Arbeitsrecht, Urheber*innenrecht, Veranstaltungsrecht, Steuerrecht, Vereinsrecht – dieses Modul gibt einen Überblick über die wichtigsten Bereiche und zeigt dir, wo du in rechtlichen Angelegenheiten einfach und rasch Informationen und Hilfestellung findest.

Modul 8: Abschlussjury & Reflexion

Sowohl die öffentliche Hand als auch private Fördergeber lassen zur Förderung eingereichte Projektkonzepte von Fachjurys beurteilen. Im Rahmen eines Planspiels schlüpfen die Teilnehmer*innen in die Rolle von Juror*innen und besprechen die im Rahmen des Lehrgangs entstandenen Konzepte für Kunst- & Kulturprojekte. Ähnlich wie bei realen Fördervergaben werden die Konzepte gemeinsam durchgesehen, die Teilnehmer*innen geben sich gegenseitig Feedback und neue Perspektiven auf die eigene Arbeit. Im Anschluss Reflexion und gemeinsamer Abschluss.