Inhalte

Der Lehrgang ist praxisnahe und berufsbegleitend konzipiert und wird von ExpertInnen der Kulturarbeit professionell begleitet. Er umfasst 120 Stunden.  16 zentrale Module werden an acht Wochenenden von Dezember 2017 bis Juni 2018 geblockt an verschiedenen Standorten in Linz und darüber hinaus angeboten.

Unterrichtet wird in Form von  Workshops, Inputs und Übungen; Arbeitsgruppen, Gruppendiskussionen, schriftliche Unterlagen, ExpertInnen-Talks und Exkursionen ergänzen die Module. Eine mündliche Prüfung über die gelehrten Inhalte schließt den Lehrgang erfolgreich ab.

Modul 1a:
Einführung in den Kunst- & Kulturbetrieb

Oft ist die Rede vom „Kulturbetrieb“, der „Kunstszene“, von „Kulturarbeit“ und „Kulturmanagement“. Andere sprechen vom „Kunstmarkt“, von der „Soziokultur“, von „Hochkultur“. Und was ist eigentlich mit “Kreativkultur”, „Eventkultur“, „Repräsentationskultur“ oder gar „Traditionskultur“ gemeint?

Dieser erste Arbeitstag führt ein in die verschiedenen Begrifflichkeiten und Zugänge zu Kunst und Kultur. Er gibt Einblick in die Strukturen und Institutionen der Kunst- und Kulturlandschaft und erläutert Theorie und Praxis. Der Referent bietet einen Überblick über Berufe und Tätigkeiten im Kulturbetrieb. Darüber hinaus zeigt er aktuelle Themen und Herausforderungen zeitgenössischer Kulturarbeit auf.


Modul 1b:
Vertiefende Themen der Kulturarbeit

In einer sich rasant wandelnden Gesellschaft ändern sich auch die Themen und Herausforderungen für Kunst- & Kulturarbeit. Welche Auswirkungen haben Migration und Migrationsbewegungen auf das Feld? Wie können Kunst und Kultur mit den ökonomischen Entwicklungen mithalten? Was bedeuten die korridierenden Geschlechtergrenzen? Am zweiten Tag schaffen wir uns einen Überblick über die gegenwärtigen Dynamiken, die auf Kunst und Kultur wirken, beleuchten einzelne Aspekte intensiv und sprechen über mögliche zukünftige Entwicklungen im Kultursektor. Externe ExpertInnen berichten an beiden Tagen aus der Praxis.


Modul 2a:
Betriebswirtschaftliche Grundlagen

Zahlen, Budgetierung, Finanzpläne und Steuerrecht – auch das ist Kulturarbeit! Spätestens mit dem Schreiben eines Förderantrags wird die Auseinandersetzung mit nackten Zahlen notwendig. Wir wollen schon jetzt praxisnahen Einblick geben und konzentrieren uns im Modul 2 auf betriebswirtschaftliche Grundlagen von Kulturarbeit. Wie wird ein Projekt budgetiert? Was ist der Unterschied zwischen einem Budget- und einem Finanzplan? Und welche Steuern gilt es zu beachten? Unsere Referentin bahnt einen Weg durch den Betriebswirtschafts- und Steuerdschungel.


Modul 2b:
Projektmanagement

Ohne Projekte keine (Kultur-)arbeit. Um erfolgreich Projekte zu realisieren, muss klar sein, wie sie sich definieren. Was ist also ein Projekt und wie lässt es sich gut planen? Welche Erfolgsfaktoren gilt es zu berücksichtigen und wie wird Erfolg gemessen? Welche Tools und Tricks helfen bei der professionellen Abwicklung und Durchführung von Projekten? Welche Gefahren lauern? Unsere Referentin wird ihr Know-How in puncto Projektmanagement weitergeben und auf die Besonderheiten von Projektarbeit im Kultursektor eingehen. Ein externer Experte lädt zum Austausch im Rahmen einer Gesprächsrunde ein.


Modul 3a:
Juristische Grundlagen

Kunst- & Kulturarbeit agieren in verschiedensten juristischen Kontexten: Vom Urheberrecht bis zur Veranstaltungssicherheit sind viele Aspekte des Kulturschaffens reguliert. Darüberhinaus sind juristische Grenzen an sich oft Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung. Juristische Grundkenntnisse sind also essenzieller Bestandteil erfolgreicher Kulturarbeit. Dieses Moduls beschäftigt sich daher mit allen für Kulturarbeit relevanten Vorschriften und Rechtssituationen. Der Referent widmet sich sowohl Arbeits- und Vertragsrecht als auch Urheberrecht und verschiedenen Gesellschaftsformen.


Modul 3b:
Kulturfinanzierung

Zeitgenössische Kulturfinanzierung zeichnet sich durch eine große Bandbreite unterschiedlicher Geldquellen aus. Der Referent gibt Einblick in öffentliche und private Finanzierungsformen, etwa Subventionen, Sponsoring, Fundraising und Crowd-Finanzierungen. Er zeigt Fördermöglichkeiten, gibt Einblick in die Praxis der Drittmittel-Akquise, thematisiert verschiedene Crowdfunding-Modelle, informiert zu Spendenabsetzbarkeit und wie man am besten MäzenInnen lukriert –  mit starkem Praxisbezug!


Modul 4a:
Kulturmarketing

Was ist Marketing? Wie interessiere ich mehr Menschen für meine Projekte? Dieses Modul beschäftigt sich mit der Welt der Öffentlichkeitsarbeit & Textproduktion. Unsere Referentin führt ein in gängige Marketingpraktiken und -strategien. Besonders berücksichtigt werden dabei digitale Strategien und die Nutzungsmöglichkeiten von Social Media.


Modul 4b:
Text-Produktion für den Kulturbetrieb

Hier liegt der Fokus auf dem eigenen Schreiben. Wer ist meine Zielgruppe und wie schreibe ich für sie? Wie Information möglichst leserInnenfreundlich verpacken? Unser Referent zeigt, dass in der Kürze oft die Würze liegt und gibt praktische Tipps, wie sie am besten zu erreichen ist.


Modul 5a + 5b:
Kunst- & Kulturvermittlung

Kulturelle Inhalte erschließen sich oftmals nicht von alleine. Kunst- und Kulturvermittlung regt im Idealfall Auseinandersetzung an und eröffnet neue Perspektiven. Zudem wird Kunst- & Kulturvermittlung zunehmend zu einem integralen Bestandteil von Finanzierungsvereinbarungen. Der erste Teil des Moduls zeigt aktuelle Themen, Perspektiven und Herausforderungen von Kulturvermittlung auf. Auch auf demokratiepolitische Verantwortung und zielgruppenspezifische Vermittlungsangebote geht unsere Referentin ein. Zusätzlich wird zeitgenössische Kulturvermittlung am eigenen Leib im Rahmen eines Rundgangs im Lentos erfahren.


Modul 6a + 6b:
Kommunikation: Leadership & Kommunikation im Team

Neben einer professionellen Außenkommunikation und Vermittlungsarbeit sind Leadership und interne Kommunikation Standbeine moderner Kulturarbeit. Wie kann ein Team erfolgreich an einem Strang ziehen und nachhaltig zusammenarbeiten? Wie gestaltet sich Leadership in diversen Teams? Wie können Gruppendynamiken oder gar Spannungen nicht gegen, sondern für den Prozess genutzt werden? Wie sollen Entscheidungen getroffen werden – gemeinsam, einsam, partizipativ? Und wie kommuniziert man auf Augenhöhe? Dieses Modul zeigt Perspektiven und Techniken für eine freudvolle und produktive Zusammenarbeit auf.


Modul 7a + 7b:
Kultur und Standort

Österreich wird 2024 nach Graz 2003 und Linz 2009 wieder eine “Europäische Kulturhauptstadt” stellen. Bereits im Bewerbungsprozess dient Kultur als Werkzeug zur Neufindung und Positionierung einer Stadt bzw. Region und kann die zukünftige Richtung der Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Welche Chancen und Risiken in solchen Großprojekten liegen und welche Rolle Kultur als Standortfaktor spielt, wird Ulrich Fuchs (stv. Intendant Linz09) anhand eigener langjähriger Erfahrung in der Entwicklung und Durchführung vermitteln.

  • Referent: Ulrich Fuchs
  • Ort:  voraussichtlich altes Rathaus, Linz
  • Datum: Freitag, 25.05.2018 und Samstag, 26.05.2018

Modul 8a:
Exkursion und Reflexion:

Das letzte Modul will Praxis und Theorie konkret vor Ort zusammenbringen. Im Rahmen einer Exkursion ins Museum Arbeitswelt Steyr schauen wir uns eine erfolgreiche uns beispielgebende Kulturinstitution im Feld an und tauschen uns über Konzepte sowie alltägliche Herausforderungen und Chancen aus. Außerdem gibt es Raum für Reflexion und Feedback über die Inhalte des Lehrgangs.


Modul 8b:
Prüfungsgespräch

Der zweite Teil des letzten Moduls steht im Zeichen des Abschlusses. In einem Prüfungsgespräch mit der Lehrgangsleitung und einer BFI-ExpertInnenkommission sollen die im Laufe des Lehrgangs erlernten Inhalte anhand von Beispielszenarien zusammengeführt und wiedergegeben werden. Im Anschluss Verleihung des Abschlusszeugnisses.

  • Ort: BFI, Traun
  • Datum: Samstag, 23.06.2018